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Kurzkritik: Oben (2009)

5. Januar 2011

Der Opa, der Pfadfinderjunge, der komische Vogel und der nette, tollpatschige Hund, der eigentlich für die Bösen arbeitet: Eine seltsame Truppe, die nicht zusammenpassen sollte, aber (natürlich) wunderbar zusammenpasst. Nicht unähnlich den seltsamen Zusammenstellungen in Miyazakis Filmen (die die Leute bei Pixar bekanntermaßen stark beeinflusst haben), mit einem wichtigem Unterschied: Die stereotypischen Bösen gibt es bei Miyazaki nicht. Zumindest nicht im amerikanischen Sinne. Sie sind bei Miyazaki entweder Teil der Truppe, weil sie eben nicht richtig böse sind oder es so etwas wie das pure Böse nicht gibt. Und wenn doch, dann mit einigermaßen ernstzunehmender Agenda und einer ambivalenten Darstellung. Kindern wird keine Schwarzweißmalerei vorgesetzt, aus Angst sie zu überfordern. Nicht so Disney/Pixar: Gegen die Bösen wird gekämpft, schließlich ist was sie wollen absolut böse und irgendwann sind sie dann einfach weg. Sterben können sie  ja schlecht, wir haben es ja mit einem Kinderfilm zu tun.

Oben ist ein großartiger Film, der ein weiteres Mal zeigt, wozu die Leute bei Pixar in der Lage sind. Leider wird aber auch eine gewisse Beschränkung in der Erzählung durch typische amerikanische Eigenarten deutlich. Eigentlich soll es um ganz Anderes gehen, aber plötzlich haben wir doch wieder: Die problematische Vater-Sohn Beziehung, das Militärische und eben die absolut Bösen auf der anderen Seite; alles Dinge, die in beinahe typischer Spielberg-Manier durchexerziert werden. Spätestens wenn der Vaterersatz sein besonderes Abzeichen verleiht, ist alles klar. Schade eigentlich, da wäre mehr drin gewesen als eine kleine Variation der üblichen amerikanischen Themen, die in der ersten Hälfte auch noch gar keine Rolle spielen.

Trotz allem bleibt: Das Haus und wie es mit unzähligen Luftballons abhebt, die wunderbare Anfangssequenz, die tolle Gestik und Mimik, die weit über Witzfigurniveau ist und viele andere Details, die den Film dann doch vom Rest abheben. Hoppla, das Wortspiel war gar nicht mal gewollt.

* * *

 

Georg Seeßlen beschreibt den Film sehr schön als ein Gegenüberstehen der zwei verschiedenen Philosphien von Pixar und Disney.

Und statt dem Trailer gibt es den tollen Pogo-Remix:

2 Kommentare leave one →
  1. 11. Januar 2011 17:42

    hey hey, hast du solange mit dem film auf dich warten lassen? eine späte aber dennoch gute film-kritik.

    liebe grüße
    christian

  2. 11. Januar 2011 20:55

    Danke, aber mir gehts ja generell nicht unbedingt darum aktuelle Filme zu bewerten, die Gedanken zählen. Bin aber tatsächlich erst vor kurzem dazu gekommen Oben zu sehen.
    Muss noch einige Pixarfilme nachholen ehrlichgesagt.

    Gruß,

    philipp

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