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Wait, Press Play! – Videospielintros (1)

12. Dezember 2010

Nach viel zu langer Pause endlich der erste Teil einer lang geplanten Reihe über Videospiel Intros.
Es geht hierbei nicht um die „besten Intros aller Zeiten!™“, sondern um eine kleine Sammlung interessanter Filmsequenzen und auch um die verschiedenen Funktionen, die so eine Einstiegssequenz haben kann. Im Grunde einfach ein paar Gedanken zu den Intros, mehr oder weniger geordnet. Vielleicht kommt dabei am Ende ja was Sinnvolles raus.

Fangen wir an mit den Intro zu Age of Empires 2 von den Ensemble Studios:

Zwei Könige die Schach spielen und parallel dazu eine Schlacht. Eine typische Rendersequenz der Zeit (das Spiel ist von 1999), Schauwerte werden ausgestellt. Das Spiel selbst sieht ja ganz anders aus, weniger spektakulär. Dort liefert eine sachlich-praktisch isometrische Perspektive hauptsächlich Überblick und ein Gefühl für den Raum. Das Intro dient also der Werbung, spannende Aufbereitung eines Strategiespiels mit großen Schlachten, packenden Actionszenen und involvierenden Einzelschicksalen.

Das Intro leistet aber viel mehr als das. Im Grunde zeigt es genau, was beim Spielen selbst passiert. Die zwei Könige spielen ja und die Schlacht spielt sich in ihrer Fantasie ab, parallel zum Spiel. Vielleicht handelt es sich auch um eine echte Schlacht, die die in das Spiel vertieften Könige ignorieren (ein wenig wie die Schachspieler in Satyajit Rays Film Shatranj Ke Khilari (The Chessplayers)). Das wäre dann vielleicht auch Kritik an der Realitätsflucht des Spielers.
Was aber eigentlich passiert ist vielmehr ein Sich-Hineindenken ins Spiel. Für den Spieler sind das nicht mehr nur Schachfiguren auf dem Brett, sondern Soldaten, Krieger und Einzelschicksale. Es ist damit nicht mehr nur ein Spiel, sondern eine Schlacht um Leben und Tod. Das eigene Leben ist dabei nicht in Gefahr, aber Gefolgsleute und Soldaten setzen ihr Leben aufs Spiel. Der besorgte Blick eines der Könige zeugt davon.

Die Dynamik der Schlacht, dieses Hin und Her, findet sich auch im Spiel wieder. Wenn man von der klassischen Situation mit zwei menschlichen Kontrahenten ausgeht, hat man es bei solchen Strategiespielen ja immer auch mit einer etwas komplexeren, aber auch stärker vom Zufall abhängigen Variante von Schach zu tun. Der Verweis auf Schach als Ursprung aller modernen Strategiespiele ist also nur folgerichtig. Videospiele können sich der Geschichte des Spieles und Spielens überhaupt auch durchaus bewusst sein.

Nur, wer beim Schach gewinnen will, denkt sich nicht in das Spiel hinein, in eine Welt mit lebendigen Figuren und Schicksalen. Man blendet alles aus und konzentriert sich auf seine Strategie, notfalls werden Figuren geopfert. So gewinnt man Kriege. Wer zu viel mitfühlt und Empathie zeigt, hat schon verloren.

* * *

So viel dazu, eine Menge andere Intros sind bereits geplant ( The Legend of Zelda, Resident Evil, Final Fantasy, etc.), Vorschläge willkommen!

One Comment leave one →
  1. Matthias Wolf permalink
    28. Dezember 2010 12:27

    Gut gelungene Überlegungen zum Videospiel-Vorspann

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