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Anti-American Graffiti – Soundtrack (k)einer Generation

19. Juli 2010

Es gibt ja durchaus einen guten Grund, dass wir Treibgut zu zweit bemannen. Ziel ist es sich zu ergänzen und ein gemeinsames Gesamtbild auf die Beine zu stellen. Ich versuche das hier mal ganz konkret, indem ich passend zu der Film-Review von Phil einen Musikartikel schreibe.

Anti-American Graffiti, das ist die Anti-Thesis zu George Lucas Ode (Satire) an den (des) American Dream. Der Film ist das Sinnbild einer Generation, fängt die Emotionen und die Nostalgie einer Zeitspanne perfekt ein. Und doch, wie ihr dem Artikel entnehmen könnt ist der Film doch mehr Dekonstruktion denn Ikonisch.

Anti-American Graffiti das ist nur eine der vielen großartigen Hymnen von J Dilla/Jay Dee/James Dewitt Yancey dem großen vergeßenen Helden des Hip-Hop. J Dilla ist einer der innovativsten Producer den sein Genre je gesehen hat und doch ferner vom Hip Hop seiner Generation als die Meisten. Seine Beats sind Kunstwerke für sich, sorgfältig ausgesuchte Samples, passende Drums. Seine Werke scheinen so fragil und so vollendet, dass ein Rap, eine Vocal-Spur nur stören würde.

Das ist nicht der einfache, „laid-back“ Style der West-Coast der einen Großteil unserer modernen Musik bestimmte. Genauso wenig wie der aufgedrehte Crank aus dem Süden. J Dilla gleicht eher dem experimentellen East-Coast Style der 90er, mit starken Anleihen aus dem Elektro-Genre. Ich persönlich bin eigentlich kein großer Fan von Hip-Hop besonders dem, der modernen Spielart. J Dilla aber gefiel mir sofort, gerade wegen seiner scheinbaren Ferne zum typischen Hip-Hop. Oberflächlich gesehen, spricht also vieles dafür, dass J Dilla nur eine Randfigur seines Genres ist. Ein Indie-Künstler, der abseits vom Mainstream die Kunst und nicht den Kommerz frönt. Also kein Soundtrack seiner Generation?

Nun ebenso wie bei American Graffiti ist es auch bei J Dilla nicht so einfach. Ein kurzer Blick auf sein Werk offenbart so illustre Namen wie Madlib, Erykah Badu, Common, Busta Rhimes und Kanye West. Auf den zweiten Blick offenbart sich nämlich wieder die antithetische Verbindung zu American Graffiti. Während dieses nämlich in einer tieferen Analyse als Dekonstruktion einer Generation auftritt, zeigt sich J Dilla als zutiefst in seiner musikalischen Sozialisation verwurzelter Künstler. Er tritt dabei gleichzeitig als Epitom, als eben doch ikonisches Beispiel seiner Generation, genauso wie als Vordenker auf.

Die Verbindung von Soul und Hip-Hop gibt es bei ihm dabei ebenso, wie das verstärkte Einsetzten von synthesizer Samples. Und am Ende treffen wir also dieses Fazit:

American-Graffiti ist auf der Oberfläche ein nostalgisches Echo einer Generation und auf den zweiten Blick eine Dekonstruktion dieses Traums. Anti-American Graffiti ist auf den ersten Blick ein Außenseiter, auf den zweiten Blick Epitom und Prophet zugleich.

Weg von all den großen Worten bleibt jedoch auf jedenfall festzuhalten, dass J Dilla einfach verdammt gute Musik macht. So gut, dass sogar ein Hip-Hop Muffel wie ich aufhorcht.

Listening Comprehension:

Songs –

Fuck the police

Zelda

Think Twice

Alben –

Ruff Draft

Donuts

The Shining

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