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Tipp: Canabalt

18. Juli 2010

Ich möchte diesmal ein kleines Flashspiel vorstellen:

Canabalt

Hierbei handelt es sich eigentlich um ein typisches kleines Highscore-Flash-Spiel, was ist daran also besonders erwähnenswert?

Nun, Canabalt verbindet dieses Highscoreprinzip mit einer kleinen Geschichte und vorallem einer besonderen Atmosphäre, die man in solchen Spielen sonst selten findet.

Das Spiel fängt ohne jede Erklärung an: Man ist in einem Hochhaus, rennt automatisch los und springt aus einem Fenster, man hat dabei nur eine Taste zum Springen zur Verfügung, ansonsten hat man nichts zu tun. Die Flucht setzt sich auf den Dächern diverser Hochhäuser und Kräne fort, eine Anzeige sagt einem wieviele Meter weit man gekommen ist bis man irgendwann unweigerlich in den Tod fällt. Und dann geht es wieder von Vorne los.

Worum geht es denn jetzt eigentlich? Wovor ist man geflüchtet? Ein Blick in den Hintergrund zeigt einem riesige Roboter und auch sonst deuten Flugzeuge und teilweise stürzende Hochhäuser auf ein Weltuntergangsszenario. Mehr erfährt man nicht. Aber: Das Glas vom Fenster, welches in tausend kleiner Splitter umherkullert, die Tauben die aufgeschreckt wegfliegen und man selbst, die Figur, die immer unwahrscheinlichere Sprünge macht und einfach nicht aufhört zu rennen. Es sind solche Details, die dem Ganzen Leben einhauchen und genau darum scheint es sich auch zu drehen: das Leben oder um das Menschsein ansich. Der Mensch probiert es immer wieder neu, gegen jede Unwahrscheinlichkeit, so wie man sich selbst dabei erwischt es nochmal und nochmal spielen zu wollen und es gibt doch keine anderes Ende als den eigenen Tod, Game Over.

Es gibt aber immer wieder Jemanden, der einen neuen Highscore geknackt hat und so das Ganze vorran bringt. Auch wenn das Spiel kein Happy End im eigentlichen Sinne hat, bringt es diese immer wieder hoffnungsvolle menschliche Natur zum Ausdruck. Was soll ein Mensch auch tun außer auf das Beste zu hoffen? Wenn man aufgibt, macht es das auch nicht besser.

Das Spiel mag “sinnlos” sein, aber eben gerade so sinnlos wie das Leben ansich bzw. das Menschsein ansich.

***

Hier außerdem noch der Artikel, der mich auf das Spiel gebracht hat, auch sonst ein lesenswerter Blog zum Thema Videospiele.

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